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Wahlen zum Klimarat: „Es hilft nichts, immer nur von der Politik zu fordern und selbst die Hände in den Schoß zu legen.“

„Umwelt betrifft uns alle, wir leben schließlich in ihr“, fassen Julia, Lucie und Aylin aus der Q2 den Grund für ihr Engagement für den Klimarat in Bad Segeberg kurz und knapp zusammen. Am 17.12.2019 informierten die drei Klimabotschafterinnen unsere Schülerinnen und Schüler in der Pausenhalle über den Klimarat, der in Bad Segeberg ins Leben gerufen werden soll, und warben fürs Mitmachen.

Informierten über den Klimarat und warben fürs Mitmachen: Julia, Aylin und Lucie (v.l.)

„Angefangen hat alles mit einem gemeinsamen Treffen aller Schulen in Bad Segeberg im September“, erinnert sich Lucie: „Anlässlich des 50/50-Projekts wollten wir Schülerinnen und Schüler uns vernetzen und Aktionen für den Klimaschutz in der Stadt besser organisieren.“ Der Klimarat soll nun schulübergreifend Schülerinnen und Schüler und Lehrerinnen und Lehrer an einen Tisch bringen, um sich besser mit Politik und Verwaltung abstimmen zu können.

„Die bürokratischen Hürden auf dem Weg zu einer klimafreundlichen Schule sind erstaunlich hoch“, erklärt Herr Breede, der das 50/50-Projekt an unserer Schule betreut. Aus diesem Grund seien kurze Wege und der Dialog aller an Schule Beteiligten wichtig, um Veränderungen bewirken zu können. „Die Politik bestimmt die Regeln, nach denen wir handeln dürfen. Deshalb ist uns eine demokratische Struktur des Klimarats so wichtig. Das Gremium soll gegenüber der Stadt legitimiert auftreten können“, ergänzt er.

„Dass wir zum Beispiel Müll in den Klassenräumen trennen, der getrennte Müll danach aber wieder gemeinsam in einem Container landet, kann man nicht erklären“, nennt Lucie als Beispiel für solche Hürden, an denen beispielsweise ein separater Müllcontainer scheitern kann.

„Wir wollen allerdings auch etwas in den Köpfen bewegen“, formuliert Julia ein Ziel der Informationsveranstaltungen am 17. Dezember. Denn: Klimaschutz könne jeder betreiben. Neben kleinen Schritten im Schulalltag, wie das Abschalten der Beamer, wenn sie nicht mehr benötigt werden oder das Nutzen von Mehrweg-Dosen anstelle von Papiertüten für das Pausenbrot bis hin zu Konsumgewohnheiten. „Es hilft nichts, immer nur von der Politik zu fordern und selbst die Hände in den Schoß zu legen“, unterstreicht Lucie, dass Klimaschutz nur dann nachhaltig sein kann, wenn sich jeder verantwortlich fühlt.

Seit sie sich intensiver mit Klimaschutz beschäftigen, hat sich auch für die drei Abiturientinnen persönlich viel verändert. So sei Nachhaltigkeit nicht nur zum Thema in ihren Familien und in ihrem Freundeskreis geworden. Sie ziehen auch ganz praktische Konsequenzen: „Klamotten zu shoppen ist super. Beschäftigt man sich mehr mit der Herstellung von Kleidung, kann man die Augen vor der Umweltbelastung, die sie verursacht, aber nicht verschließen“, findet Julia, die sich zur überzeugten Gegnerin von sogenannter „fast fashion“, also umweltschädlich produzierter Billigbekleidung, entwickelt hat. „Niemand wird gezwungen, zum Discounter zu gehen, um sich eine Hose zu kaufen“, erklärt die 18-Jährige, die inzwischen auf Secondhandware setzt.

Aylin weiß, dass Verhaltensänderung viel Überzeugungsarbeit kosten kann und wirbt deshalb auch für kleine Schritte: „Jeder kann mit Freunden und Eltern über dieses Thema sprechen. Oft ist es schon ein guter Anfang, besser auf die Menge an Lebensmitteln zu achten, die wir in die Einkaufskörbe packen, um Müll zu vermeiden.“

Am Ende der Informationsveranstaltung waren sich die drei Schülerinnen sicher: „Das Interesse war deutlich zu spüren. Wenn der Funke überspringt, hat sich schon etwas bewegt.“

Am 20. Dezember ist eure Stimme gefragt: Unsere Schule wählt sechs Vertreterinnen und Vertreter für den Klimarat. Darüber hinaus sollt ihr euch in einer Schul-AG künftig einbringen können und auf dem Laufenden gehalten werden.

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